WestLB: Durch Untiefen auf Konsolidierungskurs

Anfang Februar haben sich die Eigentümer der WestLB - Sparkassen, Landschaftsverbände und Land NRW - auf Maßnahmen zur Zukunftssicherung der Landesbank geeinigt. Die WestLB hat im Jahr 2007 durch Fehlspekulationen hohe Verluste zu verzeichnen und weitere Risiken für die Zukunft in den Büchern.
Im Wesentlichen stehen die Maßnahmen auf drei Säulen: der Restrukturierung der WestLB, der Optimierung des Geschäftsmodells und einer transaktionsbezogenen Risikoabschirmung.
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen soll die Zukunft der WestLB gesichert werden.

Im Rahmen der Restrukturierung werden umfangreiche Kosteneinsparungen von rund 300 Mio. Euro notwendig - den Bereich der Personalkosten eingeschlossen. Dies bedeutet einen Abbau von 1.300 bis 1.500 Stellen bis zum Jahre 2010. Neben dem Standort Düsseldorf sind u. a. die Auslandsstandorte London, New York und Tokio betroffen. Um die WestLB konkurrenz- und wettbewerbsfähig zu machen, ist der Stellenabbau - unabhängig von den Verlusten und der daraus resultierenden Situation - notwendig. So können die Zukunft der WestLB und weitere Arbeitsplätze gesichert werden.

Im Bereich der Optimierung des Geschäftsmodells soll zum Beispiel der S-Verbund zwischen Sparkassen und WestLB verbessert werden. Der Markt des Mittelstandsgeschäfts soll gestärkt und zukünftig von Sparkassen und WestLB gemeinsam bearbeitet werden, wobei die Konkurrenz innerhalb des Verbunds zulässig ist.
Für die gesamte Verbundgruppe soll es gemeinsame Risikostrategie, Risikomanagement, Risikostandards und Risikosteuerung geben.
Die traditionelle Sparkassenzentralbankfunktion der WestLB soll wieder gesetzlich verankert werden.

Die Eigentümer haben sich zur Stärkung der WestLB weiterhin auf eine transaktionsbezogene Risikoabschirmung verständigt. Durch Garantien von ihrer Seite werden die Wertpapierportfolien von nominal 23 Mrd. Euro mit 5 Mrd. Euro abgesichert.
Das Land NRW hat sich bereit erklärt, einen zusätzlichen Betrag von bis zu drei Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen. Die bereits beschlossene Risikoabschirmung von zwei Mrd. Euro erfolgt weiterhin nach dem jeweiligen Anteilsbesitz.
Das Land NRW übernimmt so eine Verantwortung für die WestLB und ihre Mitarbeiter, die weiter über seine Minderheitsbeteiligung hinaus geht.
Bei Inanspruchnahme des Risikoschirms hat das Land ein Anrecht auf einen Wertausgleich.

Das Land NRW ist mit 17,5 % direkt und mit 20,2 % indirekt über die NRW.Bank an der WestLB beteiligt. Die Sparkassen- und Giroverbände Rheinland und Westfalen-Lippe halten je rund 25,2 %. Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe halten direkt und indirekt über die NRW.Bank je 5,5 %.

Finanzminister Linssen konnte bekannt geben, dass der erste finanzielle Anteil am Rettungspaket von 380 Mio. Euro ohne weitere Schulden aus dem Nachtragshaushalt für 2007 gestellt werden kann. Höhere Steuereinnahmen und die verringerten Ausgaben ermöglichen dies.

Nächste Termine

Newsletter-Anmeldung



Empfange HTML?

cdunrw-tv
cdunrw-aktuell
cdunrw-jetzt-mitglied-werden
Mitgliedermagazin der CDU
CDU NRW