Veranstaltung mit Justizministerin Müller-Piepenkötter: Klare Grenzen setzen, kriminelle Karrieren verhindern

mpie_gruppenbildJens Petersen freute sich Anfang Juni NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und den Leiter der Jugendarrestanstalt Düsseldorf-Gerresheim, Jugendrichter Edwin Pütz, zu einer Podiums- und Diskussionsveranstaltung in seinen Wahlkreis begrüssen zu können.

Zum Thema „Klare Grenzen setzen, kriminelle Karrieren verhindern - Bekämpfung der Jugendkriminalität in NRW" diskutierten Müller-Piepenkötter und Pütz über die Ursachen von Jugendkriminalität und wie diese nachhaltig verhindert werden können.

Justizministerin Müller-Piepenkötter machte in ihrem Eingangsstatement deutlich, dass Jugendkriminalität einerseits eine Bedrohung für die Bevölkerung, also die potentiellen Opfer, darstelle, andererseits den jugendlichen Straftätern die Lebenschance nehme. Die Justiz ist der Reparaturdienst für Fehlentwicklungen in den Familien, denn junge Straftäter kommen überwiegend aus problematischen Familienverhältnissen, die durch Desinteresse an den Kindern, Gewalt, Armut und Alkoholmissbrauch gekennzeichnet sind.

Auch der Leiter der Jugendarrestanstalt Düsseldorf-Gerresheim, Edwin Pütz, verwies auf den familiären Hintergrund als Ursache für Jugendkriminalität. Die jungen Täter, zum überwiegenden Teil Jungen, wurden nie richtig erzogen, haben keine Regeln kennengelernt und sind im Prinzip grenzenlos aufgewachsen. Zudem ist ein exzessiver Medienkonsum für die Jugendkriminalität verantwortlich.

Die Bekämpfung der Jugendkriminalität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und die Betreuung in den Kindertagesstätten, Sprachförderung und Ganztagsschulen leisten einen wichtigen Beitrag dazu. Auch die Vermittlung von Werten, die Achtung von Arbeit und Eigentum, die Vermeidung von Hartz-IV-Karrieren und ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien sind wichtige Bausteine bei der Prävention von Jugendkriminalität.mpie_web

Zugleich ist es wichtig, jungen Straftätern gegenüber konsequent vorzugehen und diese deutlich in die Schranken zu weisen. Dazu gehören Maßnahmen wie z. B. die "Gelbe Karte" für Ersttäter oder die persönliche Ansprache der Täter. Sinnvoll wäre auch die Einführung eines Warnarrestes von 3-4 Wochen zu Beginn einer Bewährungsstrafe, damit die jungen Täter aus dem Milieu herauskommen und zur Ruhe kommen können. "Wir wollen, dass Regeln eingehalten werden, wir wollen klare Kante zeigen, aber wir bieten auch Hilfe für die Zukunft an", so Justizministerin Müller-Piepenkötter.

"Die Bekämpfung der Jugendkriminalität fängt bereits im Elternhaus an", stellte Jens Petersen in seinem Schlusswort fest. Das neue Kinderbildungsgesetz, die Sprachförderung und der Ausbau von Ganztagsschulen leisten in NRW einen wichtigen Beitrag dazu, kriminelle Karrieren bei Jugendlichen zu bekämpfen.

 

 

Bildnachweis: Volker Zierhut

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