Reform rückwärts – Die SPD und das Schulsystem

Auf ihrem letzten Parteitag hat die SPD NRW dem gegliederten Schulsystem den Kampf angesagt und die "Einheitsschule" als einzige Schulform der Zukunft proklamiert.

Dieses einheitliche Schulsystem sieht einen gemeinschaftlichen Unterricht mindestens bis zur 6. Klasse vor. Erst ab Klasse 7 oder auch später soll die Differenzierung in Haupt-, Realschul- oder Gymnasialklassen vorgenommen werden. Den rückläufigen Schülerzahlen Rechnung tragend, sollen in dieser Phase Oberstufenzentren für mehrere Schulen eingeführt werden.
Grundsätzlich fällt auf, dass die Einheitlichkeit der Ausbildung nicht nur auf Kosten bestehender Schulen ginge, sondern den Kindern vom Beginn ihrer Schullaufbahn an kein fester Klassenverband mehr zur Seite stehen würde. Die ersten beiden Schuljahre sollen zu einer flexiblen Eingangsphase zusammengelegt werden, die die Kinder je nach Leistungsvermögen in zwei bis drei Jahren durchlaufen sollen. Der auf die Grundschule folgende Unterricht soll nicht nur in Klassen, sondern jahrgangs- und klassenübergreifend statt finden. Dies kann nur zu einem Chaos auf Kosten der Schüler und der Inhalte führen.

Die Folge der Auflösung des gegliederten Schulsystems wären massenhafte Schulschließungen zu Gunsten von großen „Schulfabriken“. Denn nur mit großen Schülerzahlen wäre das differenzierte Unterrichtsangebot zu realisieren. Dies würde den Einsatz großer finanzieller Mittel für den Bau neuer Schulgebäude und den bürokratischen Aufwand für neue Richtlinien und Lehrpläne bedeuten.
Die katholische wie auch die evangelische Kirche, die derzeit Träger von rund 280 Schulen in NRW sind, halten die Reformvorstellungen der SPD für rechtswidrig und an ihrem verbrieften Recht fest, Schulen zu unterhalten.
Grundsätzlich bedeuteten die Reformvorstellungen einen Angriff auf alle freien Träger - von kirchlichen Schulen bis hin zu Waldorfschulen.

Eine von der Rheinischen Post in Auftrag gegebene Umfrage ergab Anfang September, dass insgesamt 66% der Befragten gegen die Pläne der SPD sind. Dabei unterstützen nur 28% die SPD in ihren Vorstellungen.
Die negative Einstellung zu den SPD-Plänen ist dabei unabhängig vom Geschlecht und der eigenen Berufstätigkeit der Befragten. (Quelle www.rp-online.de vom 04.09.2007)

Die CDU NRW reagiert auf den Beschluss der SPD unter dem Motto „Die SPD-Einheitsschule führt ins Chaos – Keine Experimente mit unseren Kindern“ mit der größten politischen Kampagne seit der Bundestagswahl 2005. Den seit dem Regierungsantritt 2005 eingeschlagenen Weg will die CDU konsequent weiter beschreiten und sieht hier Zukunft für die Bildung der Kinder und die Schulen in NRW.
Bisher wurden 3.000 zusätzliche Lehrerstellen eingerichtet, um den Unterrichtsausfall einzudämmen. Weitere 500 bis 1.000 Stellen werden in diesem Schuljahr eingerichtet. Die Ganztagsschulen werden ausgebaut und im Schuljahr 2008/2009 wird in NRW die Marke von 86.000 Ganztagsplätzen erreicht sein. Die Hauptschulen sollen durch die Stärkung des Ganztagesbereichs sowie mehr Praxisbezug gestärkt werden. Da, neben dem Wissen, auch die soziale Kompetenz unserer Kinder wichtig ist, werden Noten für das Arbeits- und Sozialverhalten eingeführt.

Die Zukunft der Bildung in NRW kann nicht in Ideologien der 1970er Jahre liegen. Die Abschaffung von Alternativen, Wahlmöglichkeiten und der Vielfalt des Schulsystems gingen zu Lasten unserer Kinder. Diesem Szenario des Chaos werden sich die Landesregierung und die CDU NRW entgegen stellen.

Zu Ihrer Information finden Sie anbei die entsprechenden Ausgaben von CDU NRW Aktuell.

Downloads:
CDU NRW Aktuell
CDU NRW Aktuell
CDU NRW Aktuell 30.08.2007

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