Familienunternehmen schaffen Wohlstand und Arbeitsplätze
Dienstag, den 19. Juni 2007 um 10:05 Uhr
Hochrangige Gäste durfte Jens Petersen Ende Mai im Industrieclub Düsseldorf be-grüßen. NRW-Wirtschaftsministerin Thoben und Henkel-Aufsichtsratschef Albrecht Woeste waren der Einladung von Jens Petersen und Max Pohl gefolgt, als Referen-ten die neue Gesprächsreihe Unternehmer – Wirtschaft zu eröffnen.
Zu dieser Auf-taktveranstaltung "Familienunternehmen schaffen Wohlstand und Arbeitsplätze" konnten über 150 Zuhörer begrüßt werden, darunter viele selbständige Unternehmer. Ziel des neuen Gesprächskreises ist es, in der Öffentlichkeit die Bedeutung familien-geführter Unternehmen für die Gesellschaft zu verdeutlichen. Immerhin sind über 90% aller Unternehmen in Deutschland eigentümergeführt, in der öffentlichen Dis-kussion wird jedoch meist über börsennotierte Großunternehmen berichtet. In ihrer kurzen Einführungsrede stellte Ministerin Thoben den guten Ruf familienge-führter Unternehmen in den Mittelpunkt. Sie stellten das Herzstück für unternehmeri-sches Handels, Innovation und Schaffung von Arbeitsplätzen dar. Sie lägen daher der Landesregierung NRW besonders am Herzen. Im Gegensatz zur früheren rot-grünen Regierung, die vornehmlich auf Großunternehmen ausgerichtet war, fänden kleinere Unternehmen in der CDU-Landesregierung einen verläßlichen Partner. Als besondere Stärken stellte Frau Thoben die regionale Verwurzelung heraus; trotz ho-her Lohnkosten behielten diese Unternehmen ihren Standort eher in Deutschland als Großunternehmen.
Albrecht Woeste wies in seinem Eröffnungsstatement darauf hin, daß sich der Eigen-tümerunternehmer wesentlich stärker mit seiner Firma identifiziert als ein angestellter Manager. Der Familienunternehmer muss mit dem eigenen Geld für die Folgen sei-ner Entscheidungen haften und sieht sich daher in einer besonderen Verantwortung und Verpflichtung für die eigene Firma und gegenüber der eigenen Familie, der er Rechenschaft ablegen muss. Entscheidungen in Familienunternehmen orientieren sich weniger an den Maßstäben von Analysten als vielmehr an der Meinung der Fa-milie und den Werten, die in der Firma vertreten werden. Zwar sei die Entschei-dungsfindung in Familien nicht immer ganz leicht und auch Nachfolgefrage seien ein kritischer Punkt, aber insgesamt bewäre sich die familiengeführte Unternehmung.
In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wiesen beide Referenten darauf hin, dass in Familienunternehmen häufig eine andere Kultur des Dialogs und des Umgangs miteinander herrscht als in Unternehmen, die von angestellten Managern geführt werden. Es ist eine besondere Stärke von familieneigenen Betrieben, dass sich der Arbeitgeber hier in besonderem Maße für die Belange seiner Mitarbeiter in-teressiert und auf die persönliche Ansprache setzt. Albrecht Woeste bescheinigte den Familienunternehmen einen Wettbewerbsvorsprung, da es dort menschlich zu-gehe. Arbeitnehmer erhalten in Familienunternehmen oftmals einen größeren Frei-raum, ihre Fähigkeiten zu entfalten und ihnen wird ein größeres Vertrauensverhältnis entgegengebracht. Familienunternehmer gelingt es dadurch im besonderen Maße, die Kreativität ihrer Mitarbeiter optimal zu fördern. So werden beispielsweise mehr Patente von mittelständischen Familienunternehmen angemeldet als von manager-geführten Unternehmen.
Von der Politik erwarteten viele Diskussionsteilnehmer, die Rahmenbedingungen für Familienunternehmen besser zu gestalten. Gerade kleine Familienbetriebe seien von ordnungspolitischen Entscheidungen (z. B. Unternehmensteuer, Erbschaftsteuer) besonders betroffen, da sie an den hiesigen Standort gebunden sind und nicht ohne weiteres ihren Firmensitz ins Ausland verlagern können und wollen. Zwar werde durch die neue Regelung der Erbschaftsteuer die Übergabe an die nächste Genera-tion vereinfacht. Die Einbeziehung von Kosten (Zins-/Leasingaufwendungen) in die Besteuerung, so wie sie in der Steuerreform vorgesehen sei, wurde einhellig abge-lehnt.
Der Arbeitskreis Unternehmen – Wirtschaft der CDU-Mittelstandsvereinigung NRW wird nach diesem gelungenen Auftakt weitere Unternehmerforen in anderen nord-rhein-westfälischen Städten anbieten. Die nächsten Diskussionsveranstaltungen sind für den Spätsommer in Vorbereitung.




