Energiegewinnung zum Anfassen

Eine Informationsreise des Ausschusses für Wirtschaft, Mittelstand und Energie im November 2008 führte die Ausschussmitglieder in das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen und den Steinkohlebergbau im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren.
Bereits im August dieses Jahres hatten sich die Abgeordneten vor Ort über erneuerbare Energien und Windkraftanlagen informiert.

Die Politiker hatten in Lingen die Möglichkeit, das Kernkraftwerk einschließlich des werkseigenen Zwischenlagers zu besichtigen. Bis die Frage nach einem geeigneten Endlager in Deutschland geklärt ist, lagert der Betreiber des Kraftwerks – die RWE Power AG – ihre radioaktiven Reststoffe auf dem eigenen Gelände. Von Seiten der RWE äußerte man, dass es das Ziel der Energiepolitik bleiben müsse, in Deutschland wettbewerbsfähig und sicher Strom zu erzeugen. Der Oberbürgermeister von Lingen, Heiner Pott, wies auf die Wichtigkeit der Kernkraft für den Wirtschaftsstandort hin und betonte das vertrauensvolle Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zum Kernkraftwerk.

Am zweiten Tag der Informationsreise widmeten sich die Landespolitiker der fossilen Energiegewinnung. In Bergmannkluft fuhren sie in das Bergwerk Ibbenbüren der RAG Anthrazit GmbH ein und erhielten so einen Anblick in die Praxis des Bergbaus. Die Delegation hatte auch die Möglichkeit, den Neubau eines Kohlenbunkers unter Tage zu besichtigen, in dem bis zu 7.500 Tonnen Steinkohle zwischengelagert werden können. Im Gespräch thematisierte der Vorstandsvorsitzenden der RAG AG, Bernd Tönjes, den beschlossenen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau und seine Hoffnung, dass hierüber im Jahr 2012 nochmals diskutiert werden könnte. Die von den Abgeordneten angesprochene Möglichkeit, den Bergbau ohne staatliche Subventionen weiter zu führen, machte er unter anderem von der Entwicklung des Steinkohlepreises auf dem Weltmarkt abhängig.
Er hob weiterhin den Stellenwert des Bergbaus und seiner Mantelindustrie als Arbeitgeber in der Region hervor.

Im Rahmen dieser Reise konnten die Landespolitiker wichtige Fakten über den aktuellen Energiemarkt und die unterschiedlichen Formen der Energiegewinnung sammeln. Dies wird bei zukünftigen energiepolitischen Diskussionen helfen, die unterschiedlichen Positionen dieses Wirtschaftszweiges besser zu verstehen und die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

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