Der Mensch im Mittelpunkt - Minister Laumann in Flingern

laumann_presse_webHoher Besuch in Flingern: Jens Petersen freute sich, in dieser Woche gemeinsam mit dem Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft In der Gemeinde leben, Kurt-Ulrich Wiggers, NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann zu einer Podiums- und Diskussionsveranstaltung begrüßen zu können.Unter dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt - Sozialpolitik in NRW" fanden sich über 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger und Vertreter von Verbänden und Sozialeinrichtungen in der neuen Versöhnungskirche der Diakonie in Düsseldorf-Flingern ein.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Jens Petersen und Kurt-Ulrich Wiggers zog Minister Laumann in seiner Rede ein Resümee der Politik für Menschen mit Behinderung in Deutschland und NRW bis in die Gegenwart und zeigte notwendige Veränderungen für die Zukunft auf.

Er unterschied dabei in seinen Funktionen als Sozial- und Arbeitsminister. AlsSozialminister könne er sagen, dass für die Integration von Menschen mit Behinderung viel erreicht worden sei. Als Beispiel führte er die Integration von Kindern mit Behinderung in Schulen an. Aber auch hier gäbe es noch viel zu regeln, damit Sonderschulen die Ausnahme und Integration die Regel würden.

Als Arbeitsminister betonte er die Schwierigkeiten von Menschen mit Behinderung, in der ersten Arbeitswelt einen Job zu finden. Hier müsse notwendigerweise ein Umdenken in den Unternehmen stattfinden. Denn ohne Teilhabe an Arbeit scheitere seiner Meinung nach die Integration.

Insgesamt seien neue Strukturen dringend notwendig, um noch mehr in der Politik für Menschen mit Behinderung zu erreichen. Eltern, redelaumann_webdie ein Kind mit Behinderung bekommen, müssten ohne Sorgen „Ja" zu diesem Kind sagen können. Dafür sollte der Staat an ihrer Seite stehen, zum anderen die erforderlichen Strukturen vorhanden sein.

Man müsse auch von großen Behinderten-Einrichtungen für mehr als 1.000 Menschen zu einer Dezentralisierung der zuständigen Einrichtungen kommen. Ein wichtiger Schritt hierzu sei das Persönliche Budget. Mit dessen Hilfe kann der behinderte Mensch bestimmen, welchen Bedarf er hat und dann selbst, soweit es ihm möglich ist, sein Leben organisieren. Dies beinhaltet auch, so Laumann, mal ein Pizza-Taxi rufen zu können, statt am Gemeinschaftsessen in einer Einrichtung teilnehmen zu müssen.

Wenngleich heute in NRW das Motto gilt „Ambulant vor Stationär", so dürfe man hier nicht in das andere Extrem verfallen und die stationäre Unterbringung als grundsätzlich schlecht ansehen. Es werde immer Fälle geben, in denen es hierzu keine Alternative gibt.

Hilfe müsse zukünftig unbürokratischer werden und den Menschen, die gezwungen sind, diese in Anspruch zu nehmen, mehr Planungssicherheit geben. Dies war ein wichtiger Punkt, den anwesende Vertreter von sozialen Einrichtungen beim Minister ebenfalls einforderten.

„Politik für Menschen mit Behinderung wird in NRW ihren hohen Stellenwert behalten. Für Menschen mit Behinderung in NRW wurde schon viel erreicht, aber wir sind lange noch nicht am Ziel", so Jens Petersen in seinem Schlusswort der Veranstaltung. Bei allen wirtschaftlichen und finanziellen Zwängen ist es eindeutige Politik der Landesregierung, diesen Menschen die notwendige Hilfe uneingeschränkt zukommen zu lassen.


mattclaudius_webIm Vorfeld der Veranstaltung besuchten Herr Dr. Wienberg, Vorstand Bethel,Herr Krebs, Vorstand Diakonie, und Jens Petersen das Matthias-Claudius-Haus von In der Gemeinde leben und seine Bewohner.Das Haus wurde Ende 2007 eröffnet und durch Landesmittel finanziert und von der Stiftung Wohlfahrtspflege und der Aktion Mensch gefördert. Es bietet Wohnplätze für 24 Erwachsene mit geistigen und mehrfachen Behinderungen, die in drei Wohngruppen mit jeweils acht Personen leben. Kurt-Ulrich Wiggers und Frau Schäfer, Leiterin des Matthias-Claudius-Hauses, erläuterten den Besuchern das Konzept ihrer Einrichtung.

Jens Petersen machte deutlich, dass Träger wie In der Gemeinde leben und das Matthias-Claudius-Haus zeigen, wie das Konzept der "Teilhabe für Alle" vorbildlich umgesetzt werden kann.

 

 

Bildnachweis: Volker Zierhut

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